Zwischen den Gipfeln

SCM malt.

SCM malt Bilder.

Salomé Chkheidze-Mohs

Um dem Malen, beziehungsweise dem Sehen des Bildes näher zu kommen, um zu verstehen was es bedeutet Bilder zu malen, sollten wir uns vor allem noch einmal fragen was Sehen, Wissen und Verstehen von gemalten Bildern wirklich bedeutet.

Annäherung an das Sehen des Bildes

Ein Bild, sei es als gesehenes Bild(Realität) oder gemaltes Bild(Kunstwerk) zeigt sich nie. Es lässt sich auch nicht als Zeichensystem entschlüsseln da es an ihm nichts zu entschüsseln gibt. Alles wird gezeigt. Alles liegt vor Augen. Und trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass es sich um irgendetwas grundsätzlich Anderes handelt als das, was man sieht.

Das Bild zu sehen bedeutet das Andere zu sehen.

Das Bild verkörpert Distanz und hebt sie als das Vertraute im Anderen auf.

Das Bild ist immer da, als Zeuge der Distanz. Unereichbar und fremd und trotzdem auf eigentümliche Weise bekannt und innig.

Das gemalte Bild ist primäres Individuationsprinzip indem es das Andere als Vielfältiges in uns eröffnet. 

Das Bild offenbart sich in Verschleierung und Verschleiert sich in Offenbarung.

Das Wissen des Bildes ist eine sich dem Wissen entziehende Ahnung, die immer dabei ist sich zu zeigen und gleichzeitig zu entziehen, sich zu verdunkeln.

So dass sich diese beiden Bewegungen der Offenbarung und der Verdunkelung oder Verblendung, wie Flut und Ebbe nie einzeln voll zur Erfüllung und zu einem entgültigen Sein manifestieren, sondern einander entgegen agieren.

In ewiger Bewegung der Nähe und der Distanz gefangen, ohne dass sie einander je berühren wie in manchen Tänzen, wo die Tanzer sich immer wieder annähren oder sich entfernen ohne je einander zu berühren.   

Ein Sehnen nach Verstehen des Bildes, nach dem Be-greifen des Bildes, nach dem sich Aneignen des Bildes, sei es von der Seite des Autors oder der des Betrachters bleibt unerfüllt und gleichzeitig als Versprechen potentiell erfüllbar.

Bild und Sprache koinzidieren nie miteinander.

Diese Unvermittelbarkeit bleibt erhalten und genau in dieser Sprachlosigkeit, in diesem ewigen Entzug des Wissens des Logos liegt die Kraft des Bildes.

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